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Footprints: Sinn oder Unsinn?

Vor einigen Tagen las ich von einem neuen Footprint, den Slavery Footrpint und sofort stellte sich bei mir so ein Gefühl von Inflation ein … Noch ein Footrpint? Hm …

Waterfootprintwww.waterfootprint.org
Ökologischer Footprintwww.footprint-deutschland.de
 Carbon Footprint: www.carbonfootprint.com
Slavery Footprintslaveryfootprint.org

Die beiden erst genannten Footprints gibt es ja schon länger und sind auch vielen Menschen bekannt, sicher auch der Carbon Footprint. Der Slavery Footprint ist meines Wissens nach noch relativ neu. – Die Website ist übrigens ansprechend und informativ gestaltet. – Den Test mal durchgespielt, kam ich auf eine niedrige zweistellige Zahl „Sklaven“ die für mich arbeiten. Hätte ich nicht gedacht. Es gibt also noch Optimierungspotenzial wie es scheint. Obwohl …

(c) Foto Heidrun Lutz - www.4plus-marketingservice.de
(c) Foto Heidrun Lutz – http://www.4plus-marketingservice.de

Ich fahre kaum Auto (ganz ohne geht es auf dem Land leider nicht), bin viel zu Fuß unterwegs, stimme mich mit meinen Kunden nahezu ausschließlich per Telefon, Mail oder Skype ab, esse so gut wie kein Fleisch, kaufe saisonal, wenn möglich regional und überwiegend Bio ein, mein Strom kommt aus regenerativer Energie von einem regionalen Anbieter, ich achte auf Langlebigkeit der Produkte, kaufe Recycling-Produkte oder upcycle auch das eine oder andere 🙂 Es gibt praktisch keine Essensreste dank Wochenplan, kaufe fairen Kaffee, stromsparende Produkte fallen mir noch ein … usw. Da ich hier niemanden mit ellenlangen Auflistungen langweilen will, belasse ich es bei diesen Beispielen  😉

So bleibt nach dem „Test“ ein durchaus schlechtes Gewissen …  Also wozu Footprints? Wozu noch ein Footprint? Damit wir uns selbst bei umsichtigem Verhalten trotzdem schlecht fühlen? Wem ist damit gedient?

Oder soll der Slavery Footprint (wie auch die anderen) einfach „nur“ das Bewusstsein schärfen? Jedoch überfordert es selbst mich, alle Aspekte der div. Footprints beim Einkauf  zu berücksichtigen, es ist einfach zu viel. Wie muss es dann erst dem Otto-Normal-Verbraucher gehen, der sich nicht so viel mit Umweltthemen auseinandersetzt wie ich?

Mein Fazit: Footprints können das Bewusstsein schärfen, was woher kommt, wer unter welchen Umständen für welches Produkt arbeitet und was an Ressourcen verbraucht wird und können dazu beitragen, umweltbewusster einzukaufen. Jedoch das Problem der Überforderung bleibt.

Andererseits, eigentlich ist es relativ einfach den öko- und sonstige Fußabdrücke möglichst klein zu halten, indem man auf ein paar grundsätzliche Dinge beim Einkauf achtet. Man sollte sich aber kein schlechtes Gewissen von Footprints einreden lassen.

Ich finde ohnehin, nicht den erhobene Zeigefinger, das „bestrafen“ hilft die Welt besser. lebenswerter und fairer  zu machen, sondern Belohnungen. Belohnungssysteme wie ecotastic haben in dieser Hinsicht sicher mehr Potenzial.

Wie sehen sie Footrpints?

PS: Übrigens IBM hat schon vor einiger Zeit „Footrpints“ für die „Smarter Planet Campaign“ entdeckt: theinspirationroom.com/daily/2010/ibm-smarter-planetoutcomes/

Marketing & Vermarktung, Nachhaltige Werbung

Einkaufsverhalten: Der soziale Aspekt für Frauen wichtiger als Bio?!

Die neue BRIGITTE Kommunikations-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Sozial das neue Bio ist.

Für Frauen spielen soziale Aspekte beim Einkauf von Lebensmitteln, Mode und Kosmetik eine immer wichtiger werdende Rolle. Nicht nur „Bio“ ist ein Kauf-
kriterium, sondern auch „Fair“. Frauen berücksichtigen verstärkt auch das soziale Engagement eines Unternehmens bei  Ihren Kaufentscheidungen. Scheinbar tritt Bio ein wenig in den Hintergrund. Was jedoch nicht heißt, dass Umweltaspekte, die eigene Gesundheit, nicht mehr von Bedeutung sind.

Was auch interessant ist, dass „Bio“ und „Öko“ auf den Produkten alleine nicht mehr ausreichen, um sich für ein bestimmtes Produkt zu entscheiden bzw. damit sich ein Unternehmen positiv vom Wettbewerb abheben kann. Dazu ist mehr notwendig. Für die Kaufentscheidungen spielen ausführliche, transparente und faire Produktionsbedingungen eine große Rolle. Hier sind die Unternehmen gefordert, nicht nur mit schönen Werbeversprechen zu punkten, sondern mit Authentizität und Ehrlichkeit.

Ich freue mich, dass immer öfter auch das Soziale/Faire eine Rolle beim Einkauf spielt, zumindest für Frauen. Denn Fair und Bio gehören für mich untrennbar zusammen.

Eine Zusammenfassung der Analyse und weitere Infos gibt es hier: www.brigitte.de

Noch ein Link-Tipp: Die Kampagne „Bio liebt Fair“: www.bio-liebt-fair.de und lesen Sie auch: „Fairt Trade wächst …“ 

Nachhaltige Werbung

Nachhaltigkeit: Wunsch und Wirklichkeit…

Verbraucher wünschen sich immer mehr von den Unternehmen, dass sie Verantwortung übernehmen. Eine Vorreiterrolle annehmen, was Nachhaltigkeit betrifft.

nachhaltigkeitEine aktuelle Studie zur Nachhaltigkeit von Havas Media zeigt, dass die Verbraucher sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit legen. Trotz Wirtschaftskrise ist den Verbrauchern Nachhaltigkeit ein großes Anliegen. 81 Prozent der Deutschen finden, die Unternehmen sind gefordert. Sie sollen sich ökonomisch vernünftig, ökologisch und sozial verhalten. Was die Verbraucher stört: dass viele Firmen, zumindest sieht das der Großteil so, Nachhaltigkeit nur als Marketing-Tool nutzen. Sie sehen es nur als Versuch, ihr Image zu verbessern, ohne authentisch zu sein.

Allerdings gibt es auch einen Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Der Tenor lautet zwar überwiegend, Nachhaltigkeit ist wichtig aber nur rund ein Drittel ist auch bereit, mehr Geld für entsprechende Produkte auszugeben. Und, wenn sich Firmen nicht vorbildlich verhalten, die Vorreiterrolle übernehmen, sehen viele Verbraucher auch keinen Grund, warum sie sich entsprechend verhalten sollten. Ich meine, ein Grund mehr authentisch und ehrlich Nachhaltigkeit zu leben und zu kommunizieren. Ehrliche und aufrichtige Nachhaltigkeit kann dann auch ein perfektes Verkaufsargument sein.

Die Anregung für diesen Beitrag gab mir ein Artikel in der W & V: http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/studie_nachhaltigkeit_bleibt_trotz_krise_wichtiges_konsumenten_thema

Heidrun Lutz
www.4plus-marketingservice.de