nachhaltiges Grafikdesign, Queerbeet: Tipps, Ideen & mehr

Gelb in der Werbung – Gelb die helle Freude

Wie zu jedem Jahresanfang habe ich auch dieses Jahr wieder meine Ordner aufgeräumt und verschlankt. – Was sich im Laufe der Zeit immer so ansammelt … tztzt … Dabei kamen mir u. a. auch einige „gelbe Sachen“ zwischen die Finger, alles schon etwas älter, aber vieles davon finde ich noch immer gut. Und diese alten gelben „Werbeschnipsel“ blieben einfach bei mir hängen und haben mich zu diesem Beitrag inspiriert.

Ein kleiner gedanklicher Schwenk, bevor ich wieder zum Gelb zurückkomme: Mir fiel beim aufräumen auf, dass mir ausgerechnet Zigaretten-Werbung oft gut gefällt. Sie ist meist stimmungsvoll, vermittelt „gute“ Gefühle, ist emotional oder einfach lustig. Da ich Nichtraucherin bin, hätte mich diese Werbung jedoch nie zum Kauf einer der Marken bewegen können. Was mich wieder einmal daran erinnert: Werbung kann noch so gut gemacht sein, wenn ein Produkt oder eine Dienstleitung den Leser nicht zumindest ein wenig interessiert – im Idealfall sogar gerade ganz gezielt danach Ausschau hält – wird sich kaum jemand dazu bewegen lassen, sich näher mit der Werbung zu beschäftigen oder gar zum Kauf „verführen“ lassen. Sicher, gelegentlich gelingt es auch, verborgene Wünsche zu wecken. Aber selbst dann, ist zumindest im Unterbewusstsein ein Interesse da. So ich sehe ich das zumindest 🙂

Denn mit guter Werbung aufmerksam zu machen ist eine Sache, zum Kauf zu animieren funktioniert in der Regel jedoch nur, wenn die Zielgruppe sich für ein Produkt bzw. Dienstleistung interessiert und so passende Werbung auch gut wahrnimmt und aktiv wird.

Farbpalette, Sonnenfarben, gelb, braun, heiter, © wildpeppermint-design.de

Gelb ist die hellste, leuchtendste Farbe überhaupt. Die Sonne wird damit assoziiert, Heiterkeit, Optimismus, Wärme und Jugendlichkeit. Gelb wirkt aufmunternd, Stimmungsaufhellend. Gelbtöne werden als sanft wahrgenommen und gelegentlich mit Gold gleichgesetzt. Gelb (vor allem Goldtöne) gelten als elegante, exklusive Farbe. Im Übrigen wird (kühles) Gelb auch als Warnfarbe eingesetzt (schönes Beispiel: die gelb-schwarzen Streifen bei Wespen).

Ein Beige/helles Ocker mit hohem Gelbanteil signalisiert Offenheit, Leichtigkeit, Information und Kommunikation. Menschen, die ein Faible für diese Farbpalette haben, werden u.a. als mitfühlend, mit offenem Charakter beschrieben. Oder wie oben in den „alten“ Beispielen: Gelb in Kombination mit Blau (Komplementärfarbe) wirkt zudem (emotional) ausgleichend, ist entspannend, man könnte sogar sagen, das Blau dazu wirkt Erholsam 🙂

Interessant finde ich, dass die Farbe Gelb in den unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedlich interpretiert wird und nicht nur positiv besetzt ist. So symbolisiert Gelb in unserer Kultur auch Neid, Eifersucht und Egoismus. Jedoch überwiegen die positiven Assoziationen deutlich. Für mich ist Gelb einfach Heiterkeit, Lebensfreude, Licht (und habe der Farbe Gelb sogar ein 365-Tage-Projekt gewidmet).  – In China ist Gelb die Farbe der Harmonie und Weisheit.

Ein aktuelles „gelbes“ Beispiel aus meiner Werkstatt (Corporate Design) …

Referenz, Corporate Design, Farbe Gelb, © wildpeppermint-design.de

Einige bekannte Unternehmen, die für „gelb“ stehen und wohl jeder kennt: UHU, Yellow Strom, Gelbe Seiten, Langenscheidt, Deutsche Post.  |  „Gelbe“ Branding-Beispiele gibt es an meinem Pinterest-Boardeinfach mal ein bisschen scrollen.  |  Und mein Lesetipp zu „Farben, Farbwirkung, Corporate Identity“ ,quer durch alle Farben, gibt es hier

"Freie" Logos. Günstig. Individuell., nachhaltiges Grafikdesign

Farbharmonien und Farbkontraste in der Werbung

Da das Thema Farben und Farbgestaltung immer wieder bei den Suchanfragen in meinem Blog auftaucht, heute ein kleiner Crashkurs dazu.

Man kann in der Werbegestaltung auf Komplementär-Farben setzen (also gegensätzliche Farbpaare wie z.B. Rot und Grün oder Gelb und Violett) oder auf Farbharmonien, also Farben die sich im Farbkreis aneinander reihen, wie Gelb, Gelborange, Orange, Hellrot …

Weiterhin kann man nach sog. Farbklängen arbeiten. Zum Beispiel der schwache Vierklang: Zwei Farben die sich gegenüberliegen (Komplementärfarben) sowie jeweils die beiden auf der einen Seite daneben liegenden  Farben …

(C) http://www.4plus-marketingservice.de

Der sog. starke Vierklang (z.B. Gelb, Rot, Blaugrün, Blauviolett) ist in der Werbung nicht zu empfehlen, da zu bunt und damit zu unklar in der Aussage.

Eine harmonische Farbpalette ist auch die sog. gebrochene Palette. Es sind in meinem Beispiel Mischfarben aus Gelb, Rot, Grün …

(C) Heidrun Lutz – http://www.4plus-marketingservice.de

Man kann sie auch als Erdfarben bezeichnen. In  der Werbung würde eine solche Farbpalette jedoch auch kaum verwendet, da ohne eine „bunte“ Zusatzfarbe eine Anzeige beispielsweise untergehen würde.

Ein guter Rat ist grundsätzlich eine Reduzierung der Farben, denn dies bedeutet eine Steigerung der Eindeutigkeit der Aussage. Nicht nur im Trend, sondern sehr wirksam sind monochrome Gestaltungen bei denen z.B. das weiße Papier als Kontrast wirkt. Oft sind es gerade die einfachsten Anzeigen, die auffallen und wirken. (Selbstverständlich muss auch der Text, die Bildsprache passen, alles aufeinander abgestimmt sein.)

(C) Heidrun Lutz – http://www.4plus-marketingservice.de

Zum Schluss noch ein Beispiel wie durchaus auch eine „Mischform“, was die Farbegestaltung angeht, als Anzeige funktionieren kann …

(c) Heidrun Lutz – http://www.4plus-marketingservice.de

 

nachhaltiges Grafikdesign

Ist Bunt das neue Grün?

Grün für „grüne“ Produkte/Dienstleistungen ist per se natürlich absolut passend, denn wohl jeder assoziiert damit Natur, Natürlichkeit, Umweltschutz, Umwelt-
freundlichkeit. Dennoch: Muss es wirklich immer Grün sein?

Bereits vor einiger Zeit habe ich mich mit Farben und Bilderwelten für grüne Pro-
dukte und Dienstleistungen auseinander gesetzt. Damals kristallisierte sich neben Grün (Pflanzen, Bäume, Wald & Co.) und Blau (Wasser, Himmel usw.) sehr deut-
lich Orange (Lebensfreude, Energie, Heiterkeit) heraus.

Aktuell scheint sich nun immer öfter „Bunt“ durchzusetzen. Bunte Blumenwiesen, Blumen allgemein, bunte Muster, bunt gemischte Farbkombinationen.

Ich denke dieser Trend lässt sich, zumindestt zum Teil, mit Aktionen wie zum Bei-
spiel „Vielfalt erleben“ und div. Berichten in den Medien zum Thema (Arten-)vielfalt erklären. Schließlich ist Umweltfreundlichkeit, Natur- und Artenschutz untrennbar mit Vielfalt verbunden. Denn je bunter, vielfältiger ein Lebensraum, umso besser. Vielfältige Ökosysteme haben die in der Regel besten ÜberlebensChancen.

Dennoch wird Grün sicher die wichtigste Farbe für „grüne“ Werbung bleiben.

Wie ist Ihre Wahrnehmung? Sehen Sie auch immer öfter „Bunt“?

Queerbeet: Tipps, Ideen & mehr

Farben, Farbräume – Unterschiede zw. Bildschirm, Heimdrucker, Offest-/Digitaldruck

Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gewundert. Sie haben ein Foto, ein farbiges Dokument auf Ihrem Monitor, drucken es aus und sind enttäuscht, dass die Farben nicht wirklich der Darstellung am Monitor entsprechen. Das liegt an den unterschiedlichen Farbräumen und dass die wenigsten Büro- und Heim-
drucker/Monitore nicht aufeinander abgestimmt sind.

Auch von Drucker zu Drucker (besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Ink-Jet und Laserdrucker) können die Farben zum Teil stark variieren.

Mit einer Kalibrierung erreicht man deutlich bessere Ergebnisse. Und Papiere spielen ebenfalls eine Rolle (Weißgrade, Recyclingpapiere, Photopapiere usw.), wie eine Farbe im Druck ausschaut.

Farbräume RGB, CMYK

Ein kleiner Exkurs zu Farbräumen: Digitale Bilder setzen sich aus den drei Farben Rot, Grün und Blau (= RGB) zusammen. Die sogenannten Primärfarben. Durch unter-
schiedliche Mischungen und Intensitäten dieser Farben entstehen 16 Mio. Farben.

Gedruckte Farbe setzt sich anders zu-
sammen. Im Druck werden die verschie-
denen Farbtöne aus vier Farben gemischt: Cyan, Magenta, Yellow und Black (= CMYK). Unterschiedliche Farben entstehen, wenn der Anteil an Tintentröpfchen in den Farben Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) variiert wird. Die meisten Tintenstrahldrucker verfügen zusätzlich über eine separate Tintenpatrone für Schwarz (K), dies vermittelt dem Bild mehr Tiefe und Intensität, oder sogar eine zweite schwarze (Foto)Tintenpatrone.

Wenn Sie nun ein Bild im RGB-Modus (z. B. ein JPG) haben und dieses drucken lassen möchten, muss dieses in CMYK umgewandelt werden, da ansonsten keine Farbgenauigkeit erzielt werden kann. Dies übernimmt ein so genannter „Treiber“, ein Programm, welches als Mittler zwischen Computer und Drucker fungiert. Eine der Aufgaben des Druckertreibers ist es, RGB-Farben in CMYK-Farben umzu-
wandeln. Allerdings klappt die automatische Umwandlung nicht immer perfekt. Wenn es bei Ihrem Bild auf Farbgenauigkeit ankommt, müssen Sie in aller Regel per Hand die Farben nachjustieren.

Hört sich alles noch recht einfach an, oder? Leider nicht ganz. Denn viele weitere Faktoren beeinflussen das Druckergebnis. Auch ist die Darstellung der Farben am Monitor nie identisch mit einem Ausdruck (egal ob mit dem Heimdrucker oder ein professioneller Druck bei einer Druckerei). Annähernd identisch sind Farben nur, wenn der Monitor kalibriert ist und beide Ausgabegeräte optimal auf einander abstimmt sind. Soweit zur allgemein üblichen Büroausstattung.

Geht es um professionellen Druck (Digital oder Offset) gilt zwar grundsätzlich oben genanntes zu den Farbräumen, jedoch ist es hier zusätzlich wichtig die Farbver-
waltung der Druckwerke nach dem aktuellen ISO-Standard (mit ICC-Profil) anzu-
legen. Für ein optimales, korrektes Druckergebnis haben sich entsprechende PDF-Formate speziell für den Druck etabliert.  – PDFs, die z.B. aus Word erzeugt wurden, sind für den Druck nicht geeignet.

Um auf allen Medien (Papier, Kunststoff, Stoff usw.) möglichst den gleichen Farbton zu erhalten, ist die Anlage der Druckwerke in Pantone oder auch HKS von Vorteil. Allerdings sind dies Sonderfarben und teurer als normaler CMYK-Druck. Am besten Sie lassen sich die Farbe anhand von Farbkarten zeigen, wie sie auf den jeweiligen Medien wirkt/ausschaut.

Das wohl für die meisten wichtigste Medium dürfte Papier sein. Je nach Papierart, Weißgrad und Beschichtung bzw. glänzenden oder mattem Druck kann es zum Teil große Unterschiede geben.

Sie sehen, ein komplexes Thema, bei dem es vieles zu beachten gibt, soll Ihr Werbemittel/-medium farbgetreu und bestmöglich gedruckt sein. Schließlich ist auch Ihre Hausfarbe Ihr Erkennungszeichen, gehört untrennbar zu Ihrem Corporate Design bzw. Identity.

nachhaltiges Grafikdesign

Manchmal braucht man die Welt einfach in Rosarot …

Neben den typischen Frühlingsfarben und den Beerentönen, ist dieses Jahr besonders Rosarot angesagt.

Nicht nur dass  Pantone Rosarot (Honeysuckle) als die Trendfarbe für 2011 erkoren hat, man findet Rosarot dieses Jahr in den unterschiedlichsten Bereichen. In der Mode, bei Accessoires für die Wohnung, Gebrauchsgegenständen, sonstigen Dekorationen und, und …

Pantone schreibt speziell zu Honeysuckle: „Mutig. Selbstsicher. Vital. Ein schönes neues Honeysuckle für eine schöne neue Welt. Verinnerlichen Sie den mutigen Geist der Farbe Honeysuckle, lassen Sie zu, dass sie Sie beflügelt und durch das Jahr begleitet. Eine Farbe für jeden Tag – und nichts daran ist “alltäglich”.“ Dem schließe ich mich gerne an.

Im übrigen: „… Rosa wird als süßlich, anregend, verspielt, gilt als Mädchen- und Babyfarbe und als duftend wahrgenommen. Gerne verwendet für: Unterwäsche, Dessous, Pflegeprodukte, Kosmetik für Frauen. Eine „weiche“, sanfte Farbe. In Kombination mit…“    >>>   Lesen Sie weiter in meinem BeitragCorporate Identity – Farben und Ihre Wirkung sowie gerne auch die weiteren Beiträge zu Farben.

Machmal muss man die Welt eben einfach durch die rosarote Brille sehen 😉 – und zum Valentinstag erst recht 🙂