nachhaltiges Grafikdesign

Starkes GrafikDesign – auch mit kleinem Budget

Geht das? Ja, es geht. Kleine Budgets müssen nicht zwangsläufig mittelmäßige Lösungen bedeuten.

Normalerweise schrillen bei mir und auch bei den meisten meiner Kollegen sofort die Alarmglocken, wenn es heißt: „Wir haben aber nur ein kleines Budget.“. Zumindest ein ungutes Gefühl macht sich breit … 😉

Aber: Was heißt eigentlich GrafikDesign mit kleinem Budget? Was verstehe ich darunter? Die Arbeit, das Werbemittel ist nicht weniger gut, weil ich weniger Zeit in die Ideen und Umsetzung investiere, sondern weil ich ein Auge darauf habe, dass die Kosten möglichst klein bleiben.

Es geht vor allem um clevere Material- oder Formatwahl, das passende Druckverfahren oder auch das Nutzen von (zufällig entstehenden) Nebeneffekten. Es ist immer wieder erstaunlich, welche großartigen Lösungen entstehen können, auch ohne die großen Budgets, die Weltkonzerne haben.  Knappe Budgets können unter Umständen sogar die Kreativität fördern. Ein paar Beispiele wie man Kosten klein halten kann …

Flyer, kleinauflage, recycling, nachhaltig, günstig

– Fotos und Illustrationen von Bildagenturen verwenden. Evtl. sogar Bildmaterial von Ministock-Agenturen, die noch günstiger sind. Denn nicht immer müssen die Fotos neu und individuell angefertigt werden, was natürlich deutlich teurer ist.

– möglichst genau planen, wie viele Flyer gedruckt werden müssen. Statt 2.000 reichen womöglich auch 1.000 Stück oder sogar noch weniger.

– eine Imagebroschüre statt im 4-farb-Druck mit partieller Lackveredelung und Stanzungen nur  einen 2-Farb-Druck auf einem hochwertigen Bilddruckpapier. Da heute meist alles sehr bunt ist, kann man sich so gleichzeitig gut von seinen Mitbewerbern abheben = Mehrwert.

– Visitenkarten statt farbig bedrucken, einen farbigen Karton per Hand bestempeln usw.

Es geht also nicht um Preisdumping für Designleistungen. Denn GrafikDesign mit kleinem Budget ist nicht gleichzusetzen mit billigem (schlechtem) Design. Geschickte Kalkulation und Kreativität sowie eine kluge Planung im Vorfeld, so geht gutes GrafikDesign auch mit kleinem Budget. Oder anders ausgedrückt: Mit dem vorhandenen Budget möglichst viel erreichen und nach Möglichkeit einen Mehrwert schaffen, ohne die Investition aufzustocken.

Noch ein Wort zur Logoentwicklung/das Corporate Design: Ein Logo/das Corporate Design erfordert besonders viel Recherchearbeit, Ideenfindung, Scribbles und mehr, also Zeit, bis die ideale Lösung gefunden ist. Ein Logo für 100 Euro ist schlicht nicht machbar, einfach unrealistisch. – Das wäre dann ein Fall von Billig. – Denn in einer guten Stunde (bei einem Stundensatz von ca. 70 Euro) kann kein GrafikDesigner ein vernünftiges, starkes und einprägsames Logo/Corporate Design entwickeln.

Oft ein schöner Nebeneffekt, wenn das Budget eher klein ist:  Weil z. B. weniger gedruckt wird (geringerer Ressourcenverbrauch von Papier, Farbe, Energie usw.) wird zudem die Umwelt geschont. Das zeigt mal wieder, dass Nachhaltigkeit und gutes Design nicht teurer sein müssen.

Nachhaltige Werbung, nachhaltiges Grafikdesign

Nachhaltigkeit visualisieren

Gängige und besonders wirksame Mittel sind natürlich entsprechende Bilder(welten), keine Frage. Denn es wird wohl nahezu jeder, der ein Sonnenblumenfeld, frisches Grün, weite, natürliche Landschaften, bunt blühende Wiesen, klare Flüsse, Windräder, Sonnenkollektoren und ähnliches sieht als erstes an etwas „grünes“ denken.

Schmetterling, Natur, Umwelt, nachhaltigkeit, artenvielfalt

Andererseits geht es ja gerade in der Werbung darum, sich von seinen Mitbewerbern abzuheben. Also eine echte Herausforderung passende, andere Motive zu finden, die einerseits Nachhaltigkeit vermitteln und gleichzeitig anders als die „üblichen Verdächtigen“ sind. Da dies aber nicht immer so möglich ist, wie man es sich wünscht, sind andere, weitere Gestaltungsmittel gefragt.

Zum Beispiel individuelle Illustrationen. Sie liegen im Trend und bieten meist mehr Gestaltungsfreiraum als eine Fotografie, zumal der jeweilige Künstler/Designer so noch mehr seinen eigenen Stil einbringen kann. Oder auch Kombinationen aus beiden Medien.

Aber halt! Nicht nur Bilder sind in der Lage Nachhaltigkeit zu visualisieren. Die Farbwahl des zu gestaltenden Objektes/Mediums ist natürlich ebenso wichtig. Und, es muss nicht immer Grün sein. ORANGE ist das neue Grün, schrieb ich kürzlich, da mir auffiel, dass „grüne“ Unternehmen immer öfter Orange einsetzen.  Auch Gestaltung und Wortwahl der Headline ist ein Mittel, um Nachhaltigkeit zu visualisieren. Die Botschaft muss zu den Bildern stimmig sein, den nachhaltigen Aspekt unterstreichen.

Noch einen Schritt weiter gedacht: Die Bild- und Textsprache (vor allem der informative Teil) sollte in der Lage sein, Vertrauen zu schaffen, Ehrlichkeit und Authentizität vermitteln zu können. Nur so wird Nachhaltigkeit erfahrbar und nachvollziehbar, kommt bei der Zielgruppe an.

Nachhaltiges Design, Natur, Rapa NuiGeht es um gedruckte Werbung, gibt es eine weitere Möglichkeit Nachhaltigkeit zu vermitteln: Die richtige Wahl des Papiers. Am besten Recyclingpapier, dem man noch ansieht, dass es recycelt wurde, brauner Karton oder braunes Kraftpapier vermitteln ebenfalls Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein sehr gut. Denn was oft vergessen wird, auch über die Papierwahl und die Haptik lässt sich Nachhaltigkeit visualisieren und stärkt das nachhaltige Gesamtbild.

Zur Inspiration: Klarheit, Einfachheit, Reduktion, Recycling, Langlebigkeit,  Natürlichkeit … Weiterhin: Elemente, die Handarbeit vermitteln (Faltungen, handgeschriebene Elemente, Stempel usw.), Wertigkeit, Hochwertigkeit.

In Sachen Typografie finde ich besonders schön und passend: klare Linien, einfache, moderne Schriften, gerne in Kombination mit Schriften im Handschrift-Stil.  Ganz besonders schön finde ich eigens entwickelte Handschriften.

Mehr Inspiration …

Einige schöne Design-Beispiele gibt es auf meinem Pinterestboard „Design
Mein Artikel  „… beste nachhaltige Motiv …“
Hier ein Video, das zeigt wie vielfältig die Menschen Nachhaltigkeit sehen und darstellen: www.zukunftsraum.at
Und zur „grünen“ Typografie hier ein interessanter Beitrag: www.nachhaltigkeitsblock.de

 >> Tipp: In Kürze lesen sie „Starkes Grafik Design mit kleinem Budget, das gleichzeitig die Umwelt schont.“ <<

Grünes Büro

Das Grüne Büro …

… für die einen längst selbstverständlich für die anderen immer wichtiger.

Energieeffizienz, Ressourcenschonung- bzw. management spielen eine immer wichtigere Rolle für das heutige und erst Recht für das zukünftige Büro. Nicht verwunderlich. Zumal Nachhaltigkeit und Ökologie zentrale Themen sind – eben auch im Büro.

Green Office, Grünes Büro
(c) Foto-Collage Heidrun Lutz

Schnelle Wege, Hightech, flexible Arbeitszeiten, das mobile Büro, der demografische Wandel. All dies sind Faktoren, die es im modernen, grünen Büro u. a. zu berücksichtigen gilt. Es sollen zum einen möglichst optimale Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die Alt und Jung gerecht werden und natürlich spielt auch das Einsparen von Ressourcen und damit einhergehend die Kosteneffizienz eine wichtige Rolle. Hier gibt es noch viel Potenzial.

Das grüne Büro fängt bereits bei den kleinen Dingen wie dem Büromaterial an. Es sollte möglichst umweltfreundlich sein, Recyclingmaterialen sind ein wichtiges Thema, Schadstofffreiheit, Langlebigkeit und damit langfristig betrachtet auch möglichst kostengünstige Anschaffungen. Das Raumklima (Pflanzen, Tageslicht usw.).

Die Einrichtung und die technische Ausstattung. Hochwertige, langlebige Büromöbel für ein gesundes, entspanntes Arbeiten sind meist nicht gerade günstig, insbesondere wenn sie „Öko“ sind. Gebrauchte Möbel können hier eine günstige und umweltfreundliche Alternative sein. In Sachen Computer & Co. zählen ein sparsamer Energieverbrauch und in Zukunft sicher auch immer mehr eine möglichst 100%ige Recyclebarkeit der Geräte.

Viele Büromöbelhersteller haben diesen Trend bereits erkannt und bieten entsprechende Produkte an. Wie Holzmöbel aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Lacke für die Möbel, die auf Wasserbasis hergestellt sind, und auch hier: Recyclingfähigkeit der Materialien, die sich Sorten rein trennen lassen, klimaneutrale Produktion usw.

Nicht zu vergessen der effiziente Unterhalt der Büros, Gebäudetechnik wie Heizung und Wasser, Licht natürlich (LEDs gehört sicher die Zukunft) und, und, und …

Nicht nur, dass es der Umwelt und den Menschen nützt, auch dem Image des Unternehmens ist das Green Office zuträglich. Es werden immer mehr Unternehmen, die es sich zur Unternehmensphilosophie gemacht haben und nicht nur das „grüne“ Fähnchen schwingen, sondern wirklich nachhaltige Büros zum Arbeiten bieten und neben den grünen Konzepten vor allem den Menschen nicht vergessen, sondern ihn in den Mittelpunkt stellen.

Tipp: Lesen sie mehr zum Thema in der Rubrik Grünes Büro …

nachhaltiges Grafikdesign

Nachhaltiges Design

Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?

Unter Nachhaltigkeit wird vereinfacht ausgedrückt, die Ressourcenschonung, umsichtiges Nutzen und Handeln und damit die Sicherung von Lebensqualität für nachfolgende Generationen verstanden. Umweltschutz, soziale, ökonomische und ethische Faktoren fließen mit ein.

Damit ein Produkt und damit auch Werbemittel wie Flyer, Geschäftspapiere & Co. möglichst nachhaltig sind, sollten diese Aspekte berücksichtigt werden.

Auch als Designer kann man nachhaltig arbeiten und so seinen Kunden einen Mehrwert bieten.

(c) heidrun lutz
(c) heidrun lutz

Und wie kann ein Grafikdesigner nachhaltige Druckprodukte gestalten?

Design ist dann nachhaltig, wenn zum Beispiel folgendes berücksichtigt wird:

  1. Eine möglichst geringe Umweltbelastung durch Einsatz von Umweltpapieren (Recyclingpapiere oder Frischfaserpapiere mit dem FSC-Siegel). Druck mit Umweltfarben, möglichst Papiere mit niedrigen Grammaturen (helfen auch Kosten zu sparen), kurze Wege (Druckerei möglichst Ortsnah) usw.
  2. Den gegebenen Platz des Werbemittels gut ausnutzen, manchmal lässt sich so ein Druckwerk um die eine oder andere Seite reduzieren, was zudem wiederrum Druckkosten und evtl. Porto usw. spart.
  3. Die Druckauflage möglichst genau ermitteln, was ebenfalls der Umwelt und dem Budget dienlich ist. Und, eine individualisierte, kleinere Auflage bringt oft mehr als Massenaussendungen an Tausende Empfänger.
  4. Überlegen ob es wirklich 4-Farbdruck sein muss oder reichen evtl. auch zwei Farben, auch damit lässt sich die Umwelt entlasten.


Sozialverantwortliches Handeln

Lässt man seine Werbedrucksachen auf FSC-zertifiziertem Papier drucken, tut man gleichzeitig etwas für die Menschen, die für die Holz-/Papierbranche arbeiten, da das Siegel  u.a. auch dafür sorgt, dass Menschen nicht ausgebeutet werden.

Aber auch die Auswahl von Druckereien und anderen Unternehmen, die an der Produktion von Werbemitteln beteiligt sind, die bekanntermaßen faire Löhne zahlen und gute Arbeitsbedingungen bieten, sind ein wichtiger Aspekt in Sachen Nachhaltigkeit. – Nicht vergessen, will ich auch die Honorare der GrafikDesigner. Denn so mancher Kollege, lässt sich (aus welchen Gründen auch immer) im Preis soweit drücken, dass sogar Hilfe vom Staat nötig ist, um  überleben zu können.

Nachhaltiges Handeln lohnt sich in jedem Fall …

… heute, morgen und übermorgen, für alle nachfolgenden Generationen. Was mich sehr freut, dass offenbar immer mehr auf den Aspekt Nachhaltigkeit auch im Design geachtet wird. Modewort hin oder her. Auch interessant: Immer öfter werden bei der Auftragsvergabe, vor allem von öffentlichen Stellen, Designer berücksichtigt, die entsprechende Kenntnisse und nachhaltiges Arbeiten vorweisen können. Sei es durch entsprechende Infos auf der Website oder sie haben wie ich (zusätzlich) die „Charta für nachhaltiges Design“ des AGD unterzeichnet.

Übrigens, man kann auch durch die dezente Platzierung von FSC- oder Blauer-Engel-Logos erreichen, dass Nachhaltigkeit auf ihrer kommuniziert und auch hier wahrgenommen wird.

Nachhaltiges Design ist gut für die Umwelt und ihr Image!

Tipp: Lesen sie auch meine anderen Beiträge zum Thema „Design & Nachhaltigkeit“ 

Noch ein Tipp: „Media Mundo Beirat für nachhaltige Medienproduktion“

 

Marketing & Vermarktung, Off Topic

Wie das Bio-Siegel ad absurdum geführt wird

Dass Bio nicht gleich Bio ist, ist eigentlich bekannt. Allein am Preis der relativ billigen Supermarkt-Bio-Produkte kann man sich schon denken, dass dies nur „Minimal-Bio“ sein kann. Das EU-Bio-Siegel steht eben leider nur für sehr geringe Standards wie z.B. kein Einsatz von Pestiziden. Dennoch hat mich der ARD-Beitrag gestern schockiert.

(c) Fotos „Bio“ Heidrun Lutz | http://www.4plus-marketingservice.de

Dass es so schlimm in den Bio-Ställen aussieht, zumindest bei den Betrieben, die Billig-Bio für die Discounter & Supermärkte produ-
zieren und dass gute deutsche Bio-Kartoffeln verfüttert werden müssen, weil angeblich der Verbraucher spätestens im April auch Früh-
kartoffeln (aus Ägypten, die in der Wüste angebaut werden und mit fossilem Wasser zum wachsen gebracht werden) in Bio-Qualität haben will und deutsche Bio-Lagerkartoffeln nicht mehr er-
wünscht sind, da fällt mir nichts mehr ein …

Was ist das denn für eine Botschaft an den Verbraucher?

Wenn Bio-Produkte im Supermarkt kaum besser sind als konventionelle? Der Durchschnittsverbraucher fragt sich dann zu Recht, warum soll ich mehr ausgeben für Bio? Warum überhaupt Bio kaufen?

Wer braucht da noch Bio-Siegel? 

Dem Siegel-Dschungel sollte Einhalt geboten werden. Welcher Verbraucher kennt schon die Unterschiede? Wenn Bio-Siegel, dann Mindeststandards wie bei Demeter & Co. Dann kann auch der Verbraucher sicher sein, dass er „echte“ Bio-Produkte, auch im Sinne von Nachhaltigkeit, erhält. Dass Tiere artgerecht gehalten und gefüttert werden, Ressourcenschonend angebaut wird und die Wege kurz zum Verbraucher sind.

Es kann sich jeder glücklich schätzen, der möglichst viel selber an Gemüse und Obst anbauen kann oder vom (Bio-)Direktvermarkter in der Nähe kaufen kann, der Transparenz großschreibt und man Anbau und Haltung begutachten kann.

Genau hinschauen ist die Devise.

Hier noch der Link zum ARD-Beitrag „Wie billig kann Bio sein?“

PS: Noch ein Link-Tipp, hier können Sie sich informieren, was wirklich Bio ist: www.absolut-bio.de