Queerbeet: Tipps, Ideen & mehr

Klimaschutz selbst gemacht: Smartphone-App belohnt umweltgerechetes Verhalten

Während Politik und Wirtschaft auf den Berliner Energietagen Herausforderungen und Umsetzung der Energiewende und eines effektiven Klimaschutzes miteinander diskutieren, entrücken diese Themen immer mehr dem alltäglichen Leben der Bürger. Doch das möchte ein junges Start-up jetzt ändern: ecotastic belohnt Privatpersonen, die im Alltag umweltgerecht handeln, mit Gutscheinen seiner Partnerunternehmen. Wenn am 23. Mai der Startschuss fällt, lockt ein vielfältiges Gutscheinangebot, das vom Kochrezept-Lieferservice über Visitenkarten aus klimaneutralem Druck bis hin zu veganen Boxhandschuhen reicht.

(C) ecotastic.de
(C) ecotastic.de

„Die meisten Menschen in Deutschland verfügen über ein recht hohes Umweltbewusstsein, doch oft scheitert die Umsetzung dann im Alltag. Ich kenne das von mir selbst. “, gibt Unternehmensgründer Fabian Lindenberg zu. Mit ecotastic möchten Lindenberg und seine beiden Mitgründer Anna Yukiko Bickenbach und Ralf Gehrer deshalb Privatpersonen einen Anreiz geben, im Alltag umweltgerechter zu handeln.

Das Mittel der Wahl ist eine selbst entwickelte Smartphone-Applikation. Nutzer der neuen App dokumentieren mit Fotos ihre umweltgerechten Aktionen, wie zum Beispiel die Teilnahme an einer Fahrgemeinschaft oder die Nutzung eines wiederverwendbaren Thermobechers für den „Coffee-to-go“. Dafür sammeln sie Punkte, die sie schließlich zur eigenen Belohnung gegen Waren- oder Dienstleistungsgutscheinen von ecotastics Partnerunternehmen eintauschen können.

„Unsere Partner profitieren davon in mehrfacher Hinsicht.“, wirbt Bickenbach. „Sie steigern ihren Bekanntheitsgrad und erreichen potentielle Neukunden. Gleichzeitig aber – und das ist das Besondere an ecotastic – übernehmen sie soziale und gesellschaftliche Verantwortung, indem sie unsere Nutzer zu umweltgerechten Handlungen anstiften.“

Neben den Gutscheinen der Partner verspricht das Belohnungssystem seinen Nutzern Spielspaß und soziale Anerkennung. Denn mit ihren gesammelten Punkten stehen Nutzer automatischen im Wettbewerb mit allen übrigen Nutzern, was besonders spannend ist, wenn auch Freunde oder Arbeitskollegen mitspielen.

Dass ecotastic damit das Potential hat, das Umweltverhalten Vieler positiv zu verändern, bewiesen die Gründer auf der CeBIT im März. Als einer von 50 Finalisten des internationalen Innovationswettbewerbs CODE_n waren sie dort unter dem Motto „Smart Solutions for Global Challenges“ mit einem eigenen Stand vertreten. Während der fünf Messetage ließen sie eine frühe Version ihrer App von CeBIT-Besuchern testen und vergaben an die aktivsten Teilnehmer 25 Preise im Wert von mehr als 500 Euro.

Was im Kleinen erfolgreich funktionierte, soll nun groß werden. Am 23. Mai veröffentlicht das Start-up sein aktuelles Gutscheinangebot. Anstatt die Diskussionen über Energiewende und Klimaschutz passiv zu verfolgen, kann dann jeder selbst etwas unternehmen – und sich dafür belohnen lassen!

Ich finde eine tolle Sache! Sobald mein „Steinzeit“-Handy den Geist aufgibt (sie wissen ja, die Ressourcen schonen), werde ich mir auch ein Smartphone zulegen und mitmachen. Davon abgesehen, werde ich ecotastic beobachten und berichten. Und gerne weitersagen 🙂

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LOHAS?! Treffen die bekannten Definitionen zu?

Manchmal ist man schlicht betriebsblind. Das hat sicher jeder schon mal auf die eine oder andere Weise erfahren. Man sieht nur die Oberfläche, hinterfragt zu wenig, glaubt einfach das was man liest, was als allgemeingültig gilt. So bildet man sich (s)eine Meinung und denkt: „Ja, das ist so.“

Nur leider stimmt das nicht immer.  Wir sollten nicht immer alles glauben, was wir lesen und sehen. Auch mal kritisch sein und die Dinge hinterfragen, eigene Recherchen im echten, realen Leben Anstellen. – Wie auch immer, erst kürzlich wurde ich mal wieder mit der in der „grünen“ Branche allgegenwärtigen Ziel-
gruppe LOHAS
konfrontiert.
Es ging eben um die Frage, wer sind die LOHAS und wie handeln sie. Treffen die bekannten Aussagen, Definitionen überhaupt zu?

Nach einem längeren Gespräch mit einer Kundin und einigen in der Folge geführ-
ten Gesprächen mit LOHAS (die ich als solche definieren würde), stellte sich her-
aus, das allgemein bekannte Bild stimmt offenbar so  nicht ganz.

Ein kleiner Exkurs zur Definition: www.lohas.de schreibt: „Neue Werte, neues Be-
wusstsein, die Bedürfnisse der Menschen richten sich nach Innen, eine Umkehr der Lebensweise nach Selbstkenntnis, nach Stressfreiheit und Entschleunigung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Beständigkeit. Dies alles mündet in eine Nach-
frage von wirtschaftlich, gesundheitlich und ökonomisch sinnvollen Produkten und Dienstleistungen.“

Oder in Wikipedia heißt es unter anderem: „LOHAS ist ein Akronym für „Lifestyle of Health and Sustainability“ (Lebensstil für Gesundheit und Nachhaltigkeit). Es steht für einen  Lebensstil oder Konsumententyp, der durch sein Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern will.“

Weiter heißt es: „Häufig handelt es sich um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen. LOHAS-Konsumenten sind beispielsweise Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Ihre Motive ähneln denen der Slow Food -Bewegung, sie lehnen die „Geiz-ist-Geil“-Mentalität strikt ab.

Ich sehe LOHAS inzwischen differenzierter. Vor allem leben und handeln sie keineswegs nur nach dem o.g. Prinzip.  – Zumindest, die ich kenne und als LOHAS definieren würde. – Sie würden vielleicht gerne. Aber nicht selten holt sie das reale Leben ein und sie gehen Kompromisse ein oder müssen es. Ein Beispiel: Woran ich selber des Öfteren scheitere: ökologische Kleidung.

Es hat sich zwar einiges getan in den letzten Jahren. Dennoch, greife ich leider überwiegend zu konventioneller Mode, mit schlechtem Gewissen, aber, da mir Öko-Mode entweder nicht gefällt (überwiegend „ 80iger Jahre Schlabber-Look“, sorry …), oder sie gefällt, ist aber deutlich zu teuer. Selbst wenn ich längst viel mehr Wert auf gute Verarbeitung, hochwertige Materialien lege und so viel seltener Kleidung kaufe, auf vielfältige Kombinationsmöglichkeiten achte, ist Öko-Mode die mir gefällt meist trotzdem noch zu teuer. So beruhige ich mein Gewissen ein wenig, in dem ich durch mein Verhalten wenigstens Ressourcen spare. Lieber wäre es mir natürlich, wenn ich ausschließlich Bio&Faire Kleidung kaufen könnte.

Hier sind die Hersteller und Labels gefragt, endlich mehr – zumindest in meinen Augen – moderne Öko-Mode zu fairen Preisen anzubieten. Denn ich weiß aus glaubwürdigen Quellen, dass zumindest einige Bio & Fair-Produkte, deutlich überteuert verkauft werden, so nach dem Motto, muss ja deutlich teurer sein, wegen der Glaubwürdigkeit oder geht es vielleicht doch auch hier „nur“ um Ge-
winnmaximierung?

Mein Fazit: Lt. meinen Recherchen ist der per o.g. Definition LOHAS ein Familien-
mensch, meist mit zwei Kindern, gehobener Bildungsstand, gehobenes Einkom-
men, eigenes Haus. Er kauft  auch Bio-Produkte. Ist aber keineswegs so konse-
quent, wie vielleicht vermutet. Er schaut sehr wohl auch auf den Preis. Hauptsache Nachhaltig hat nicht immer oberste Priorität. LOHAS sind meist nur für bestimmte Produkte bereit mehr zu zahlen und achten auf eine nachhaltige Produktion. Er geht auch zum Discounter einkaufen und kauft auch günstige Bio-Shirts von großen Mode-Ketten.

So stelle ich mir die Frage, gibt es überhaupt LOHAS? Oder ist es ein Wunsch-
traum, eine schöne Utopie von Marktforschern, Trendforschern usw.? Sollten wir nicht lieber mit dem Schubladendenken, dem Kategorisieren aufhören? Ich weiß, das ist herrlich einfach, aber das ist nicht das echte Leben. Geht womöglich auch die Ausrichtung/Werbung an der realen Zielgruppe vorbei? Ich meine, lieber Augen und Ohren offen halten und hören was die Menschen wirklich wollen, wie Sie handeln, was Sie sich wünschen, wie sie ticken? Den gesunden Menschen-
verstand einsetzen und überlegen, wie man selber handelt und agiert.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Was sind Ihre Erfahrungen?

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Nachhaltige Kaufentscheidungen fördern

Ich finde ökologische Kaufentscheidungen müssen gezielt gefördert werden, damit sich das Verbraucherverhalten nachhaltig ändert.

Ein Beispiel: Getränkeverpackungen. Es sollte nicht nur eine Abgabe auf ökolo-
gisch unvorteilhafte Einweg-Verpackungen geben, sondern endlich auch eine leicht verständliche und deutlichere Kennzeichnung. Das aktuelle Symbol (s. links) allei-
ne reicht meiner Meinung nach nicht aus. Es sollte zu-
sätzlich gut sichtbar angebracht und nicht auf der Rück-
seite versteckt sein, dazu die Abgabehöhe (zusätzlich zum Pfand, keine Rückerstattung) und der Schriftzug „Einweg“.

Denn die aktuelle Regelung, dass sowohl auf Einweg- und Mehrwegflaschen Pfand gezahlt und zurückerstattet wird, verwirrt nur. Es suggeriert in beiden Fällen, dass man Mehrweg und damit umweltfreundlich eingekauft hat.

Mein Tipp: Kennzeichnung hin oder her – Mehrweg und Regional einkaufen. So werden Ressourcen sinnvoll genutzt und regionale Produkte/die Wirtschaft zudem gefördert.